calendar 28.06. 2016

Zukunft gestalten

Intelligentes Wohnen erfordert nachhaltige Lösungen – es ist unser zentrales Anliegen, das Wohnen der Zukunft so ressourcenschonend wie möglich zu gestalten. Die Nachhaltigkeit in unseren eigenen Prozessen und Strukturen haben wir deshalb fest im Blick.

Globalen Herausforderungen begegnen

Bereits heute ist der globale ökologische Fußabdruck der Menschheit größer, als es die Ressourcen der Erde langfristig erlauben. Ein kontinuierlicher Anstieg der Weltbevölkerung und eine zunehmende Wirtschaftsleistung führen auch weiterhin zu steigendem Konsum und Ressourcenbedarf, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern. Vor diesem Hintergrund wurden 2015 17 nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen – die Sustainable Development Goals (SDGs) – verabschiedet. Sie sollen Politik, Gesellschaft und Unternehmen hin zu einer zukunftsfähigen Entwicklung leiten.

Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Konsum. Um Ressourcen in der Wirtschaft zu sparen, setzen die Vereinten Nationen auf 17 nachhaltige Entwicklungsziele – die SDGs.

Als einer der weltweit führenden Energiedienstleister für mehr Energieeffizienz in Gebäuden leisten wir einen Beitrag, nachhaltig Energie, Wasser, CO2 und letztlich Kosten einzusparen. Indem wir unsere Kunden dabei unterstützen, Verbräuche für Energie und Wasser zu messen, zu visualisieren, abzurechnen und zu managen, machen wir den individuellen Ressourcenkonsum für jeden Einzelnen nachvollziehbar und somit steuerbar. Gleichzeitig beteiligen wir uns am politischen Diskurs und unterstützen Initiativen zur Verbesserung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes im Gebäude. Mit Blick auf die verabschiedeten SDGs sehen wir dementsprechend unsere größten Einflussmöglichkeiten bei:

  • SDG 6 – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  • SDG 7 – Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  • SDG 12 – Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  • SDG 13Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Unternehmensvision und Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen bei ista das gleiche Ziel: einen Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung zu leisten.

Fünf Fragen an Thomas Zinnöcker

Thomas Zinnöcker, CEO von ista, darüber, wie er Nachhaltigkeit definiert und wofür Nachhaltigkeit bei ista steht.

Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für Sie persönlich?

Nachhaltigkeit ist für mich eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Gegen die Interessen von Gesellschaft und Umwelt lässt sich kein erfolgreiches Geschäftsmodell langfristig entwickeln. Deshalb müssen Unternehmen sich bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie konsequent als Partner von Umwelt und Gesellschaft begreifen. Sie müssen die Politik konsequent dabei unterstützen, Entscheidungen für mehr Klimaschutz, für mehr Energieeffizienz und für mehr Sozialverträglichkeit pragmatisch umzusetzen. Es ist damit letztlich die wirtschaftliche Nachhaltigkeit und gute Unternehmensführung, die wesentlich die ökologische und soziale Nachhaltigkeit ermöglichen kann.

Welche Akzente möchten Sie in Bezug auf die Nachhaltigkeitsagenda von ista international setzen?

Ich möchte das Unternehmen modern und nachhaltig und damit sicher für die Zukunft aufstellen. ista hat dafür ein stabiles Fundament, nämlich ein auf Nachhaltigkeit angelegtes Geschäftsmodell und ein enorm ausgeprägtes Werteverständnis innerhalb des Unternehmens. Darauf werden wir sehr konsequent weiter aufbauen, damit wir unseren Kunden und ihren Mietern künftig noch bessere Lösungen bieten können, um Energie und Wasser und damit Kosten langfristig einzusparen. ista leistet damit seinen Beitrag für mehr Energieeffizienz und Ressourcenschutz und damit zum Gelingen der Energiewende.

Woran muss ista arbeiten, um Branchenprimus in Sachen Nachhaltigkeit zu bleiben beziehungsweise die Vorreiterrolle weiter auszubauen?

Digitale Technologie gewinnt für das Gelingen der Energiewende eine immer größere Bedeutung. Bereits seit einigen Jahren setzt ista bei der Weiterentwicklung seines Produkt- und Dienstleistungsportfolios deshalb konsequent auf Digitalisierung. Neue digitale Funktechnik und eine damit verbundene bessere Datenqualität helfen uns, unseren  Kunden noch schneller und flexibler Transparenz über ihre Verbrauchsdaten zu geben. Über unsere digitale Mess-und Abrechnungstechnologie schaffen wir so nicht nur mehr Komfort für Wohnungswirtschaft und Mieter, sondern auch mehr Energieeffizienz. Und dies auf weiterhin niedriginvestivem Nievau. Das ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor, um in einem sehr dynamischen Wettbewerbsumfeld rund um das „Smart Home“ zu bestehen.

Welchen Beitrag kann ista zur Erreichung der internationalen Nachhaltigkeitsagenda (SDGs/COP21 etc.) leisten?

Die internationale Nachhaltigkeitsagenda ist für uns ein wichtiger Anknüpfungspunkt, an dem wir unsere unternehmensweiten Nachhaltigkeitsziele ausrichten. Wir wollen eine aktive Rolle einnehmen, Verantwortung übernehmen und unterschiedliche Interessensgruppen, wie etwa Mieter, unsere wohnungswirtschaftlichen Kunden, Politik und NGOs nachhaltig zusammenführen. Im Fokus sehen wir dabei die globalen Ziele zu einem modernen und nachhaltigen Umgang mit Energie und Wasser. Durch innovative Produktentwicklungen tragen wir in unseren 24 Märkten zu mehr Transparenz im Umgang mit knappen Ressourcen bei. Darüber hinaus setzen wir mit unseren Verhaltenskodices Standards für die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Mitarbeitern, die darauf abzielen, dass unsere Partner unsere sozialen Überzeugungen einhalten.

Inwiefern ist Nachhaltigkeit aus Ihrer Sicht mit dem Geschäftsmodell von ista verbunden?

Nachhaltigkeit findet im Kern von ista statt. Unsere Produkte und Services messen und veranschaulichen individuelle Energie- und Wasserverbräuche und machen unsere Kunden und ihre Mieter somit zu Akteuren der Energiewende. Mieter können selbst zum „Smart Mieter“ werden, die aktiv und flexibel ihr energetisches Verhalten steuern, kontrollieren und optimieren. Erst Transparenz ermöglicht eigenverantwortliches Handeln und integriert damit den Verbraucher aktiv in die Energiewende. Unser Geschäftsmodell verschreibt sich deshalb konsequent der Schaffung von Verbrauchstransparenz und damit der gelebten Energieeffizienz. Das ist und war entscheidend für unseren Erfolg und die mehr als 100-jährige Unternehmenshistorie.

Unternehmensvision nachhaltig umsetzen

Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem Zukunftsfähigkeit zu sichern: für unsere Kunden und Partner ebenso wie für unser eigenes Unternehmen und unsere Mitarbeiter. Wir pflegen einen partnerschaftlichen Umgang mit unseren Kunden und möchten führend im Energie- und Wassermanagement sein. Unsere Ambition der Prozess- und Technologieführerschaft stützt sich dabei auf eine Kultur des Vertrauens in unseren Geschäftsbeziehungen ebenso wie zu unseren Mitarbeitern. Die Nachhaltigkeitsstrategie hilft uns, diese Unternehmensvision langfristig tragfähig zu gestalten. Sie fußt auf den Säulen „Verantwortliches Führen und Kontrolle“, „Verantwortung im Geschäftsmodell“ sowie „Verantwortung für die Gesellschaft“. Entlang der definierten Handlungsfelder Produkte und Dienstleistungen, Energie und Ressourcen, Mitarbeiter sowie Dialog und Gesellschaft haben wir uns anspruchsvolle Ziele gesetzt und verfolgen die abgeleiteten Maßnahmen kontinuierlich.

 

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Die Nachhaltigkeitsstrategie von ista basiert auf Verantwortung im Führen sowie auf Verantwortung im Geschäftsmodell und für die Gesellschaft.

Handlungsfelder und Strategische Ziele

Handlungsfeld – Energie und Ressourcen

Strategisches Ziel: Senkung des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes unserer Dienstwagenflotte in Deutschland (ausgenommen Poolfahrzeuge und Fahrzeuge der Kundendiensttechniker) um 13 % gegenüber 2013.

Status 2015: Wir konnten in Deutschland den Durchschnittsverbrauch unserer Dienstwagenflotte seit 2013 von 6,8 Liter auf 6,55 Liter pro 100 km reduzieren und somit auch den relativen CO2-Ausstoß um 3,4 Prozent im Vergleich zu 2013 verringern. Um die Fahrleistung zu reduzieren wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt.  So haben wir am Standort Head Office eine Carsharing-App eingeführt und ein Video Conferencing System etabliert, um Dienstreisen zu vermeiden und somit den CO2-Ausstoß unserer Dienstwagenflotte weiter zu verringern.

Zielhorizont: 2018  

Handlungsfeld – Produkte und Dienstleistungen

Strategisches Ziel: Internationale Harmonisierung von Produkten und Services. Weiterentwicklung des Serviceportfolios hin zu intelligenten Services im Mehrfamilienhaus auf Basis der bestehenden, digitalen Infrastruktur.

Status 2015: 2015 startete eine Initiative zur Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie mit Blick auf das Kerngeschäft sowie mögliche neue Geschäftsfelder. In Deutschland kooperieren wir dabei mit der Firma Dr. Riedel Automatisierungstechnik: Gemeinsam wurde eine Systemlösung für die Vernetzung von Technik und Services für das intelligente Mehrfamilienhaus entwickelt.

Zielhorizont: 2017

Handlungsfeld – Mitarbeiter

Strategisches Ziel: Kontinuierliche Steigerung des Mitarbeiterengagements.

Status 2015: Roll-out weiterer Angebote im Bereich Gesundheits- und Familienförderung. Entwicklung einer neuen Global Mobility Policy, die neue Standards im Bereich Entsendungen definiert. Umsetzung von verschiedenen, mitarbeiterorientierten Maßnahmen zur langfristigen Implementierung der Unternehmenswerte. Einführung von Vergütungsstrukturen, die es ermöglichen, dass Mitarbeiter bei gleichwertiger Tätigkeit vergleichbar vergütet werden. Vorbereitung und Auswahl der Dienstleister für die nächste Mitarbeiterbefragung in 2017. Status der letzten Befragung (2014): Indizes 82 (Engagement-Index) und 73 (Commitment-Index).

Zielhorizont: 2017

Handlungsfeld – Dialog mit Gesellschaft und Politik

Strategisches Ziel: Weiterer Ausbau des transparenten Dialogs mit externen Stakeholdern. Etablierung als Partner für die Energiewende gegenüber Kunden, Politik und Gesellschaft.

Status 2015: Interne Validierung der Wesentlichkeitsanalyse, erstmals auch unter Einbindung internationaler Stakeholder. Aktive Beteiligung als Experte an Stakeholderdialogformaten zur Umsetzung der europäischen Energiepolitik. Intensivierung des Kundendialogs durch Roll-out einer neuen CRM Plattform.

Zielhorizont: 2017

Nachhaltige Geschäftschancen nutzen

Als Konsequenz globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel werden Produkte und Dienstleistungen stärker nachgefragt, die Ressourcen nachhaltig schonen. Dies wird zudem regulativ gefördert, indem in vielen Ländern Gesetze und Richtlinien etabliert werden, welche die individuelle und regelmäßige Verbrauchsinformation verbessern. Im Berichtszeitraum unterstützten wir Initiativen der Europäischen Union zur Erhöhung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes im Gebäude. Dazu zählen die „Heating and Cooling“-Strategie, der laufende Review-Prozess für die Energieeffizienz-Richtlinie (EED) und die Richtlinie zur Gesamteffizienz von Gebäuden (EPBD). In Frankreich wurde in diesem Zusammenhang ein umfassendes Gesetz zur Energiewende verabschiedet. Die „Transition Laws“ sehen eine Halbierung des Energieverbrauchs bis 2050 vor – die verpflichtende Einführung von Submetering ist dabei ein wichtiger Baustein, um das Ziel zu erreichen.

Das Wohnen der Zukunft wird komfortabler und bequemer – dabei soll vor allem vernetzte Technik beim Energiesparen helfen. Daher entwickeln wir unsere Ausrichtung auf das Thema intelligentes Wohnen kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit Dr. Riedel Automatisierungstechnik GmbH bietet ista seit Ende 2015 eine Systemlösung zur digitalen Vernetzung des Mehrfamilienhauses an. Weitere Projekte und Maßnahmen beschreiben wir im Kapitel Portfolio.

Eigene Prozesse optimieren

Nachhaltigkeit gehört zum Kern unseres Geschäftsmodells. Da ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit, den Nachhaltigkeitsgedanken im gesamten Unternehmen ganzheitlich vorzuleben. Auch wir messen in unserem eigenen Arbeitsumfeld unsere Verbräuche und versuchen, unser Ressourcen- und Materialmanagement ständig zu optimieren. Neben der Steigerung unserer eigenen Effizienz greifen wir so aktiv physikalische und regulative Risiken auf, die durch den Klimawandel entstehen können. Unsere Mitarbeiter sind dabei unsere Botschafter für mehr Nachhaltigkeit. Sie übernehmen auch außerhalb von ista Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. In den Kapiteln Umwelt sowie Mitarbeiter berichten wir über unsere diesbezüglichen Leistungen.

Bildcredit: gettyimages, grasundsterne