calendar 07.11. 2017

Bewusst Heizkosten sparen

Wenn von Energieeffizienz die Rede ist, denken viele vor allem an Strom. Dabei entfällt der Großteil der genutzten Energie auf den Heizverbrauch. Wer Heizkosten und Ressourcen sparen will, sollte hier ansetzen.

Rund 30 Prozent des Stromverbrauchs wird inzwischen aus erneuerbaren Energien produziert. Das ist ein großer Fortschritt in Zeiten des Klimawandels, doch für eine erfolgreiche Energiewende reicht das nicht aus. Denn über die Hälfte des deutschen Energieverbrauchs und ein Großteil des CO2-Ausstoßes entfällt auf die Wärmeversorgung. Das heißt: der Wärmebedarf muss deutlich sinken.

Energie einsparen durch energetische Gebäudesanierung

Die energetische Gebäudesanierung bietet ein erhebliches CO2-Einsparpotenzial. Im Schnitt werden über 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines privaten Haushalts für die Heizung und die Warmwasserbereitung verwendet.

80 % des Energieverbrauchs werden zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt.

Drei Viertel der Heizungen in Deutschland entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik, sind veraltet und verbrauchen unnötig viel Energie. Dazu kommt: Durch schlechte oder gar keine Dämmung entweicht teure Heizenergie. Derzeit gelten mehr als die Hälfte der rund 19 Millionen Wohnhäuser in Deutschland als gänzlich unsaniert. Deshalb betont die Bundesregierung in ihrem „Klimaschutzplan 2050“, wie wichtig die Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudesektor ist und bietet Fördermittel zur Finanzierung von Maßnahmen an. „Tatsächlich gibt es sehr viele Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren – das ist vielen Verbrauchern gar nicht bewusst“, sagt Hanno-Lang Berens, der als Energieberater in München regelmäßig über diese Themen informiert.

Wärmeverbrauch senken durch energetische Sanierung

Natürlich kommt das Heizenergie-Einsparpotenzial auf den Umfang der Sanierungsmaßnahmen an, aber es kann erheblich sein. „Im Umland von München gibt es sehr viele alte Reihenhäuser, die aus der Mitte der 1960er Jahre stammen. Einige der Häuser, deren Besitzer ich beraten habe, sind komplett saniert worden, mit Dachdämmung, Fassadendämmung, Fenstererneuerung und neuem Heizungskessel mit Brennwerttechnik in Kombination mit einer solarthermischen Anlage. Bei der Evaluation nach einem Jahr ließ sich feststellen, dass viele dieser Häuser 60 Prozent weniger Energie benötigen als zuvor. Die sind teilweise besser als vergleichbarer Neubau“, erzählt Energieexperte Hanno Lang-Berens aus seiner Beratungspraxis.

Haus Sanierung
Durch Sanierungsmaßnahmen wie der Fassaden- oder Dachdämmung, dem Verbauen von Solarthermieanlagen oder neuen Heizungskesseln oder Fenstererneuerungen, lassen sich nachweislich Kosten einsparen.

Allerdings: Trotz staatlicher Förderung, fallen für Sanierungsmaßnahmen wie dem Austausch der Heizungsanlage und Dämmung erst einmal hohe Investitionen an. Doch auch wer kein Geld dafür oder als Mieter nur wenig Einfluss auf die Substanz einer Immobilie hat, kann effektvoll Heizkosten sparen und das Klima schonen.

Den Heizverbrauch senken

Entscheidend ist stets das entsprechende Verhalten der Nutzer – ohne das bringt eine aufwändige und teure energetische Sanierung nichts. Ein Gebäude kann noch so energieeffizient sein:Wwenn die Bewohner die Heizung zu hoch aufdrehen oder stundenlang die Fenster sperrangelweit offen stehen haben, wird sich der Energieverbrauch nicht reduzieren. Mit dem Modellvorhaben „Bewusst heizen, Kosten sparen“ hat die Deutsche Energieagentur (dena) gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista, dem Deutschen Mieterbund und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gezeigt, dass Mieter, die bewusst auf ihren Heizverbrauch achten, signifikante Mengen Energie einsparen. Wichtig ist dabei, dass der Verbraucher regelmäßig Informationen erhält, wo er wie viel Energie verbraucht.

Stimmt das Heizverhalten des Verbrauchers, lassen sich mit Modernisierungsmaßnahmen wie einer fachgerechten Dämmung zum einen Heizkosten reduzieren, zum anderen auch die Behaglichkeit im Wohnraum und letztlich den Wert der Immobilie steigern. Hinzu kommt, dass weniger Öl und Gas zu nutzen, auch bedeutet, unabhängiger von unvorhersehbaren Preisschwankungen zu sein, was sowohl für Gebäudebesitzer als auch Mieter ein großer Vorteil ist.
Durch den Austausch der Heizungspumpe oder eine verbesserte Rohrisolierung sind ebenfalls erhebliche Einsparungen möglich. Dafür in Frage kommende energieeffiziente Möglichkeiten sind zum Beispiel Blockheizkraftwerke, Brennwertkessel, Wärmepumpen sowie Solarthermie-Anlagen.

Durch Investment Deutschlands Sanierungsquote steigern

Eine Möglichkeit, die deutschlandweite energetische Sanierung zu fördern und gleichzeitig Geld zu verdienen, sind grüne Immobilienfonds. Solche Fonds investieren direkt in Objekte, etwa in Wohnblöcke, die nach nachhaltigen Kriterien gebaut oder modernisiert werden. Die eingesammelten Gelder werden verwendet, um in den Gebäuden die Fassade zu dämmen, eine neue Heizungsanlage zu installieren und andere Maßnahmen zur energetischen Optimierung vorzunehmen. Zur Rendite tragen Miet- und Zinseinnahmen sowie die Wertsteigerungen der Immobilien bei. Mit ihrer Kapitalanlage können Privatinvestoren auf diese Weise dazu beitragen, die Sanierungsrate in Deutschland zu verbessern.