Richtig heizen: 20 Grad fühlt jeder anders

15.11.2018

Die Heizperiode hat begonnen und es mangelt nicht an Ratschlägen, wie man Heizkosten sparen kann. Dabei geht es auch immer wieder darum, die Raumtemperatur abzusenken. Doch 20 Grad fühlt jeder anders. Daher bin ich mir sicher: Jeder kann vernünftig heizen, aber jeder wird es anders tun.

Neulich hat mich wieder mal meine Freundin besucht. Das passiert nicht jeden Tag, denn wir pflegen eine Fernbeziehung – über 10 Kilometer Distanz. Bereits den ganzen Nachmittag habe ich das Abendessen vorbereitet. Als sie dann klingelt, stelle ich den Ofen an.

Nach einer Weile rückt meine Freundin immer näher an den Backofen heran. „Was ist los?“, frage ich fast schon besorgt. „Mir ist kalt“, antwortet sie. Ich schaue auf das Thermometer – 20 Grad. Eigentlich also warm genug. Und auch mir ist fast schon heiß. Das mag vielleicht auch an der konzentrierten Menüplanung liegen. Ohne die Heizung weiter aufzudrehen, nehme ich sie in den Arm und frage: Wie war dein Tag?“ Das soll ablenken. Auf Dauer wird das aber nicht helfen, ich kenne das schon.

Der Stoffwechsel entscheidet über die „Gefühlte Temperatur“

Jeder hat nämlich eine ganz andere Wohlfühltemperatur: Kälteempfindlichkeit liegt manchmal beispielweise an einem ungesunden Lebensstil, noch öfter aber am Stoffwechsel. Und der ist sowas wie höhere Gewalt, denn er wird zu großen Teilen von den Genen bestimmt und ist damit veranlagt. Meine Freundin hat da ein Handicap. Sie gehört jedenfalls zu denen, die dauernd etwas essen müssen, um „auf Temperatur“ zu kommen. Ihr Körper verbrennt die Kalorien so effektiv, dass sie nicht dick wird, dafür aber leider dauernd friert.

Richtig heizen spart Geld

Dennoch kann auch sie Heizkosten sparen, ohne deshalb freiwillig frösteln zu müssen.
Statt hypnotisiert auf die 20 Grad zu starren, würde ich empfehlen, die Temperatur dann abzusenken, wenn man die Folgen gar nicht merkt:

  • Zum Beispiel kann man 2 Stunden, bevor man zu Bett geht, die Heizung nur noch nachwärmen lassen. Das reicht meistens.
  • Auch sonst kann man per Timer den Thermostat so einstellen, dass in Abwesenheit kaum geheizt wird.

Richtig heizen lohnt sich eben: Jedes Grad weniger spart in etwa sechs Prozent an Heizkosten.

Und glücklich sind wohl sowieso die, die eigentlich gar nicht zu heizen brauchen, weil um sie herum lauter Frierkatzen wohnen, die für sie mitheizen was das Zeug hält. Ich wohne leider über einer Toreinfahrt, die ich auch immer schön mitheizen muss.

Und was unseren gemeinsamen Abend anging: Ich tat noch etwas Ingwer und Chili ins Essen. Das würde helfen und ist auch gesund – dachte ich. Und dann drehte ich noch ein wenig die Heizung auf. Nicht aus Vernunft, sondern aus Liebe.