Sprechen Sie beim Sonntagsfrühstück einfach mal über den Klimawandel

20.12.2018

Das Gespräch könnte eine Chance sein, Bewusstsein zu wecken. Der Krimi bei der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice zeigte nämlich deutlich, die Politik allein kann den Klimawandel nicht stoppen. Jeder einzelne sollte einen Beitrag leisten. Warum also nicht mit Familie und Freunden über das Thema diskutieren?

Es dauerte bis tief in die Nacht: Dann endlich, der Durchbruch auf der Zielgeraden. Mit Augenringen traten die Verhandlungspartner auf die Bühne und Konferenzpräsident Michal Kurtyka verkündete: 196 Staaten haben sich auf ein Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Klimavertrags geeinigt. Damit gibt es zum ersten Mal weltweit gültige Regeln für den Klimaschutz.

Zum ersten Mal wird es ab 2024 gemeinsame verbindliche Mindeststandards zur Berichterstattung der Staaten über ihre Treibhausgas-Emissionen oder andere Klimaschutzmaßnahmen geben, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Auch mehr Gelder für Hilfsfonds wurden vereinbart, für jene Länder, die besonders von Klimaschäden betroffen sind. Das ist ein Erfolg!
Doch Papier ist geduldig. Die Bewährungsprobe folgt nun, wenn es an die konkrete Umsetzung geht. Auch die deutsche Regierung, die zuletzt ihr selbst gesetztes Klimaziel mehr als deutlich verpasst hat, muss jetzt zu Gunsten entschiedenen Klimaschutzes handeln.

Gegen den Klimawandel: Notbremse ziehen

Es ist an der Zeit aufzuhören, auf den gleichen ausgetrampelten Wegen nach Lösungen zu suchen, die uns in diese Schwierigkeiten gebracht haben. Das sind nicht meine Worte, sondern die von Greta Thunberg, einer 15-jährige Klimaaktivistin aus Schweden, die auf der COP24 Klartext eingefordert hat, „egal wie unangenehm“ das auch sein mag. „Das einzig vernünftige ist, die Notbremse zu ziehen“, sagt Thunberg.

Das verstehe ich auch als Appell an jeden einzelnen von uns. Was können wir also tun, um endlich die notwendigen Veränderungen auf den Weg zu bringen? Dazu möchte ich Ihnen einen weiteren inspirierenden Vortrag empfehlen (auf Englisch) und zwar den Ted Talk von Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe. Hayhoe lebt in Texas, dem vielleicht konservativsten Bundesstaat der USA. Dort wird noch vielfach angezweifelt, dass der Mensch Ursache des Klimawandels ist – und entsprechend wird die Wissenschaftlerin vielfach angefeindet. Dennoch hört sie nicht auf über die Klimakatastrophe zu sprechen; noch dazu auf eine ausgesprochen sympathische, lustige und vor allem lösungsorientierte Weise.

Statt Streit; gemeinsame Leidenschaften finden

Hayhoe meint, der simpelste Weg zu einer Lösung beizutragen, ist damit anzufangen, darüber zu reden und ein Bewusstsein zu schaffen. Denn, Hand aufs Herz: Wer hat schon mal in seiner Familie oder im Freundeskreis über den Klimawandel gesprochen?

Klar, das ist ein kontroverses Thema. Und wer will schon Streit provozieren. Dafür hat Hayhoe einen guten Tipp: Anstatt über Dinge zu streiten, bei denen wir uns uneins sind, sollten wir uns dem Thema nähern, über Dinge die uns einen, sagt sie. Als Eltern, die um die Zukunft ihrer Kindern besorgt sind, als Landwirte, die sich wünschen, dass sie in 20 Jahren noch auf ihrem Land zur Ernährung der Menschen beitragen können, als Naturliebhaber, die die Schönheit des Planeten bewachen möchten. Finden Sie die Gemeinsamkeit mit ihrem Gesprächspartner, nähern wir uns dem Thema Klimawandel über Gefühle und Leidenschaften. Können Sie ja mal ausprobieren. Vielleicht dieses Weihnachten?