calendar 25.01. 2018

Trump gegen den Klimaschutz?

Donald Trump hat nach nur wenigen Monaten als US-Präsident dafür gesorgt, dass Gesetzgebungen, die Energieeffizienz- und Energiesparmaßnahmen begünstigt, abgeschafft werden – angeblich, um die Wirtschaft zu stärken. Dabei müsste Trump durch seinen Background aus der Immobilienbranche doch eigentlich wissen, dass Energiesparen und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen. Und tatsächlich – bevor er zum Politiker wurde – wusste er den intelligenten Einsatz von Energie durchaus zu schätzen.

Die große Verschwörung – der chinesische Klimaschutz

Dass es so schlimm kommen würde, hat dann doch niemand gedacht. Klar, Donald Trump war schon früher nicht gerade als begeisterter Klimaschützer bekannt. Sein Spruch, dass der Klimawandel eine chinesische Verschwörungstheorie sei, um der USA zu schaden, ist längst eine Legende. Aber man hat doch vermutet oder gehofft, das sei alles nur ein großer Scherz. Doch seit seinem Amtsantritt hat der neue US-amerikanische Präsident alles getan, um diese Hoffnung zu zerstören. Nach der Vereidigung Trumps revidierte das Weiße Haus innerhalb kürzester Zeit weitreichende Klimaentscheidungen und Energieeffizienzstandards, die von der Obama-Regierung festgelegt wurden.

Der „America First Energy Plan“

Die Klimapolitik „America First Energy Plan“ von Trumps Team erwähnt keine erneuerbaren Energien oder Energieeffizienz und konzentriert sich ausschließlich auf fossile Brennstoffe. Als neuer Chef der US-Umweltbehörde EPA wurde Scott Pruitt ernannt, ein Öllobbyist und ausgewiesener Klimawandelleugner. Der schaffte kurzerhand den Clean Power Plan ab. Diese Regelung hatte vorgesehen, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im amerikanischen Energiesektor bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 zu verringern. Pruitt vollzog dann auch den von Donald Trump gewünschten Ausstieg aus dem gerade erst ratifizierten Pariser Abkommen. All dies geschah stets mit der Begründung, auf diese Weise die amerikanische Wirtschaft zu stärken.

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Der Klimaschutz und Trumps Klimapolitik „America First Energy Plan“ sind nicht miteinander vereinbar.

 

Katastrophen durch den Klimawandel

Parallel zu diesen weitreichenden Entscheidungen entwickelte sich das Jahr 2017 erneut zu einem der wärmsten Jahre in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. In verschiedenen Teilen der USA wurde die Bevölkerung von Katastrophen gebeutelt, die, wenn nicht direkt von der globalen Erwärmung ausgelöst, dann doch in jedem Fall begünstigt wurden. Hohe Wassertemperaturen ermöglichen die Entstehung von Hurrikans der höchsten Stufe und so waren die USA zuletzt einer Serie besonders zerstörerischer Stürme ausgesetzt: Hurrikan Harvey richtete schwere Schäden in Texas und Louisiana an. Der Tropensturm Maria verwüstete das US-Territorium Puerto Rico, so dass auch Monate später Hunderttausende ohne Strom- und Wasserversorgung leben müssen. Die gewaltigen Waldbrände in Kalifornien haben riesige Baumflächen vernichtet.

Smarte, energiesparende Immobilien

Dabei war der Geschäftsmann Donald J. Trump, der sein Vermögen im Immobiliengeschäft verdient hat, keineswegs immer so ein strikter Gegner von Energieeffizienzmaßnahmen. Im Jahr 2011 etwa hat Trumps Unternehmen staatliche Gelder für Energiesparprojekte in zwei Gebäuden in Manhattan erhalten. Ein Jahr später hat Trump eine Million US-Dollar aus einem Anreizprogramm und zinsgünstigen Krediten vom Staat New York erhalten, um in einem Wohngebäude in Westchester County Energiesparmaßnahmen durchzuführen.
„Ich glaube fest an saubere Energie, an Energieeinsparung, an all das – mehr als jeder andere“, wird Trump in einem Faktenblatt über das Projekt zitiert. Im Rahmen des Projekts wurde ein hochmodernes Kraft-Wärme-Kopplungssystem installiert, das die Wärmeenergie von zwei Stromgeneratoren auffängt und zur Erwärmung von Luft und Wasser nutzt. Die Energie wird also immer wieder im Gebäudekreislauf recycelt. Zudem wurden besonders energieeffiziente Korridorleuchten installiert, die durch Bewegungssensoren gesteuert werden und auf diese Weise nur Licht produzieren, wenn es benötigt wird. Der Swimmingpool auf dem Dach hat eine Spezialabdeckung, um die Verdunstung zu minimieren und die Heizkosten zu reduzieren. Durch diese Maßnahmen konnten die Energiekosten des Gebäudes erheblich gesenkt werden.

Es scheint so, als wüsste der Businessman Trump durchaus, dass Wohnungen mit geringen Nebenkosten und behaglichen Innenräumen nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für das Geschäft sein können.