Alles wird vernetzt sein

14.03.2017

Die gesamte Technikwelt schaute nach Barcelona: Auf der größten Mobilfunkmesse der Welt, dem Mobile World Congress (MWC), zeigten die Smartphone-, Tablet- und Mobilfunkanbieter, wohin die Reise in Sachen Digitales gehen wird. INSIDEista war dabei (und das – als Rheinländerin möchte ich das ganz nebenbei erwähnen – an Rosenmontag!).


Ein Beitrag von Verena Wachten


Über 100.000 Besucher konnten die 2.300 Aussteller aus 208 Ländern des MWC 2017 anlocken. Einen größeren Hype verursachte bereits vorab das neu aufgelegte Nokia 3310, ein Nostalgieprodukt aus der Prä-Smartphone-Ära. Sie wissen schon: Snake, T9-Wörterbuch – da war mal was. Entsprechend viel los war am Stand des Ausstellers. Überraschungen gab es im Bereich der Geräte wenige. Wirklich groß waren bei der Messe dieses Mal andere Themen. Wie zum Beispiel „5G“ – die neue Datenübertragungsgeneration der Mobilfunkstandards.

Vernetzung
Auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona drehte sich vieles um Smart Home, Smart City und Virtual Reality.

Vernetzung mit 5G

Daran kam auf dem MWC 2017 wohl niemand vorbei. Netzbetreiber und Ausrüster arbeiten mit Hochdruck daran, ab 2020 ihre Netze auch jenseits von LTE weiter auszubauen. Dabei ist 5G mehr als nur ein Mobilfunkstandard – das zeigte sich auch an der diesjährigen Vielfalt an Ausstellern. So waren diverse neue Anbieter vertreten, die ihre Produkte zukünftig mit 5G vernetzen wollen – Stichwort Schnelligkeit und Internet der Dinge. Kaum ein großer Anbieter, der nicht auf Themen rund um 5G – sei es Connected Car, Smart Home oder Smart City – einging.

Internet der Dinge

Und da kommen wir ins Spiel. Denn das Internet of Things (IoT) spielt auch für uns bei ista eine entscheidende Rolle. Auf der Messe stellten wir unser Pilotprojekt mit der Deutschen Telekom zur Evaluierung von Narrowband IoT (NB-IoT), einer Low-Power-Wide-Area (LPWA)-Technologie, vor: Wir möchten das Internet der Dinge für die Wohnungswirtschaft flächendeckend nutzbar machen.

Die LPWA-Technologie zählt zu den meistdiskutierten Innovationen im Bereich der Machine-to-Machine(M2M)-Kommunikation für das Internet der Dinge. Analysten erwarten, dass es bis 2023 rund drei Milliarden LPWA-Verbindungen geben wird. Die Technologie gilt als kostengünstige Lösung mit niedrigem Energiebedarf sowie hoher Gebäudedurchdringung und Reichweite. Ideal für ista.

ista MWC
Auch ista ist auf dem MWC 2017 vertreten: Jochen Schein (Chief Operating Officer ista International), Achim Dicke (Senior Vice President Products) und Thilo Kirchinger (Director Corporate Marketing & Business Development) am Messestand der Deutschen Telekom.

Vor diesem Hintergrund prüfen wir den Einsatz dieser Technologie für die Anbindung unserer intelligenten Messgeräte, um die Verbrauchsdaten zukünftig auf diesem Wege an unsere Server zu übertragen. Denn schon heute hat ista europaweit 15 Millionen sogenannte „Connected Devices“ in Mehrfamilienhäusern im Einsatz, deren Daten bislang über das GSM-Mobilfunknetz übertragen werden. Da sind die neuen IoT-Technologien für uns der logische nächste Evolutionsschritt.

submetering
ista schafft Transparenz über Energieverbräuche, indem sie die Wärme- und Warmwasserverbräuche innerhalb eines Gebäudes individuell erfasst. Als eine Option der Datenübertragung wird derzeit die LPWA-Technologie getestet.

Trend zu intelligentem Wohnen

„Wir sehen bei unseren Kunden aus der Wohnungswirtschaft einen klaren Trend zum Smart Building“, sagt Jochen Schein, COO von ista. „Die Nachfrage von Eigentümern und Vermietern nach vernetzten, digitalen Geräten steigt kontinuierlich. Da setzen wir an und machen das Mehrfamilienhaus intelligent.“ Gut zu wissen: Knapp die Hälfte aller 40 Millionen Wohnungen in Deutschland entfällt auf Mehrfamilienhäuser.

vernetzt und allein
Vernetzt und doch alleine? Wie oft führen Sie ein Gespräch und wie oft kommunizieren Sie per Smartphone? Ersetzt das „Vernetzte Alles“ am Ende unsere zwischenmenschlichen Beziehungen?

Vernetztes Alles

Ob Smart Building, Connected Car oder doch das Nokia 3310 – am Ende des Messetages treibt mich ganz philosophisch der Gedanke um: Jetzt sind wir alle ach so vernetzt und trotzdem (oder deswegen?) sitzt ein Großteil des Messebesucher alleine auf Bänken, Stühlen oder dem Boden. Mit Smartphone oder dem Tablet, das ist klar. Aber letztendlich eben doch alleine.

Bildcredit: ista