calendar 27.07. 2017

Blick in die Zukunft

Es ist ein bisschen wie bei Alice im Wunderland. Der Eingang zum „ista Technikum“ – eine weißgraue Tür mit Plexiglasscheibe im Erdgeschoss – ist so unscheinbar, dass man nicht ahnt, was sich dahinter alles verbirgt. Einmal drin, eröffnet sich für den Besucher eine neue Welt.

Offenheit im Technologiezentrum

Das erste, was auffällt, ist der weitläufige Konferenzraum. Durch die großen Fensterfassaden des Atriumbaus schaut man ins Essener Westviertel, den Blick auf den Industriecharme der umliegenden roten Backsteingebäude inklusive. Überhaupt wird Offenheit im neuen Technologiezentrum von ista großgeschrieben. Die Innenausstattung setzt auf ein Open-Space-Konzept; die Mehrheit der insgesamt 75 Laborarbeitsplätze befindet sich in hellen Großraumbüros, die ebenerdig liegen und von hohen Fensterfronten umgeben sind. Für die Mitarbeiter bedeutet das: Eine Halbdrehung weg vom Bildschirm und man blickt in den begrünten Innenhof, den das Technikum im Karree umschließt

Wachstum zum Technologieunternehmen

Mikroelektrode

Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis in die Cafeteria, die neben farbig gestalteten Sitzecken und einer durch den Raum verlaufenden Theke eine große Auswahl an Kaffeesorten bereithält. Auf dem großen Bildschirm an der Wand heißt es stolz: „Wir haben heute bereits 16 Millionen Connected Devices im Einsatz. Monatlich kommen 400.000 hinzu.“ Das hört sich nach Tempo an.
„Genau richtig!“ sagt Achim Dicke, Fachbereichsleiter Products und Chef des Technikums. Jedes Jahr investiere ista über 100 Millionen Euro in modernste Geräte und die dazugehörige digitale Infrastruktur. Die Digitalisierung ist Tempomacher. ista sieht diese als große Chance, sich vom Messdienstleister zum digitalen Technologieunternehmen zu entwickeln und dadurch weiter zu wachsen. Nicht nur beim Umsatz, auch bei den Mitarbeitern. In den nächsten zehn Jahren sind weltweit 500 bis 1.000 neue Jobs geplant.

Viel Raum für Kreativität

Die dazu erforderliche Forschung und Entwicklung ist hier im Technikum nun seit Anfang Mai 2017 an einem Ort gebündelt. „Uns ist wichtig, ein optimales Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen, das viel Raum für Kreativität durch spontane Besprechungen lässt“, erklärt Achim Dicke. Denn genau darauf kommt es in Zukunft noch stärker an. „Das Mehrfamilienhaus der Zukunft ist energieeffizient, digital und wirtschaftlich. Das Technikum funktioniert wie ein Labor, in dem wir daran arbeiten, diese Vision für unsere Kunden aus der Wohnungswirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen.“ Dazu setzt man hier voll auf innovative Produkte und denkt neue technologische Ansätze wie das „Internet of Things“, in dem Geräte direkt mit dem Internet verbunden sind, von vornherein mit.

ista Technikum - Basil John & Manfred Gronauer
Die modernen Meetingräume bieten Mitarbeitern wie Basil John und Manfred Gronauer viel Raum für Kreativität und Austausch.

Wissenschaft garantiert Qualität

Und wie wird das jetzt alles konkret gemacht? Die Antwort bekommt man, wenn man Achim Dicke durch die weiteren Gänge des Technikums folgt. Bei den einzelnen Stationen dreht sich alles um Innovation, Wirtschaftlichkeit und Qualität. Jede Produktidee, ob nun die neue Version eines Heizkostenverteilers, eines Wärmezähler oder eines Rauchwarnmelders, muss eine Vielzahl von Tests und Prüfungen bestehen, bevor sie in Serie geht.

Komplexe Entwicklungsverfahren

Innovation kann zum Beispiel bedeuten, einen neuen leistungsstarken Chip oder neue Sensoren als Modul in ein bereits vorhandenes Gerätemodell zu integrieren. Ein Mitarbeiter simuliert die physikalischen Gegebenheiten mithilfe einer Spezialsoftware zunächst am Bildschirm und entwickelt dabei die mathematischen Formeln, wie ein Rauchwarnmelder Rauchpartikel in seiner Umgebung optimal erfassen kann. Einen Arbeitsplatz weiter fliegt ein 3D-Modell des neuen Wärmezählers wie im Computerspiel durch die Luft und dreht sich um die eigene Achse.

Rauchwarnmelder
Rauchwarnmelder müssen einen Klimatest in einer Maschine bestehen, die nicht nur optisch einem Backofen ähnelt.

Wissenschaft – kein Zufall

ista Laboratorium

Die Ideen müssen dann aber auch geerdet werden und vor allem in der Praxis einwandfrei funktionieren. Qualität wird daher schon bei der Entwicklung der Geräte großgeschrieben. In verschiedenen Labors werden die Prototypen auf Herz und Nieren geprüft. Wärmezähler müssen beispielsweise einen Klimatest in einer Maschine bestehen, die nicht nur optisch einem Backofen ähnelt. Für Heizkostenverteiler stehen Temperaturschockkammern bereit. Um die Erhöhung der Datensicherheitsniveaus kümmert sich das hausinterne „Security Lab“. Auf dem Weg von der ersten Idee, dem Konzept, der Modulentwicklung über die Elektronik- und Mechanikintegration bis hin zum Qualitätsmanagement und letztlich zur Industrialisierung mitsamt Nullserienerprobung bleibt im Technikum nichts dem Zufall überlassen.

Platz für Forschung

Forschung bei ista
ista Mitarbeiter Michael Gärtner prüft die Prototypen auf Herz und Nieren.

Umso erstaunlicher ist, dass man am Ende der insgesamt 2.100 Quadratmeter in einem leeren Raum steht. An den hohen Decken der Nullserienfläche hängen vereinzelt Lastzüge, ansonsten schaut man auf sehr viel freien Platz. „Wir wollten eine flexible Freifläche haben, die wir mit Fertigstellung der Entwicklung eines neuen Produktes für neue Produktionsanläufe nutzen können, bevor die Produktionsanlagen reibungslos an die ista-Lieferanten transferiert werden“, sagt Achim Dicke. Wie sich diese Fläche in den kommenden Wochen und Monaten füllt, hängt von den neuen Ideen der Mitarbeiter und ihren Projekten ab.
Als man dann am Ende des Besuchs wieder draußen im Essener Westviertel steht, hat man die Eingangstür mit dem Plexiglas längst vergessen. Hinaus geht es nämlich durch ein großes offenes Tor.

„Das Mehrfamilienhaus der Zukunft ist energieeffizient, digital und wirtschaftlich. Das Technikum funktioniert wie ein Labor, in dem wir daran arbeiten, diese Vision für unsere Kunden aus der Wohnungswirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen.“