calendar 27.09. 2018

Fünf Tipps, um Heizenergie zu sparen

Im ersten und zweiten Teil unserer Reihe zum Thema „Heizkostenabrechnung“ haben wir gezeigt, wie man die Abrechnung liest und wie die Werte erfasst werden. Im dritten Teil geht es nun darum, mit einfachen Tipps und Tricks Heizkosten zu sparen.

Fenster und Türen abdichten

Gerade in Altbauten ist Zugluft ein häufiges Problem. Durch Türritzen und undichte Fenster dringt kalte Zugluft unaufhörlich in die Wohnung ein. Oft kann man in solchen Fällen mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. In der Regel spürt man die Richtung, aus der der Luftzug kommt. Wenn nicht, kann ein Teelicht helfen: Man stellt die brennende Kerze auf und beobachtet, ob und wie sich die Flamme beziehungsweise der Rauch verhält. Sind die undichten Stellen lokalisiert, geht es ans Abdichten.
Fensterspalten lassen sich sehr einfach mit selbstklebendem Schaumdichtungsband abdichten, die preisgünstig in jedem Baumarkt erhältlich sind. Damit das Dichtband hält, muss zunächst der Bereich, an dem es haften soll, von Staub und Fett gereinigt werden. Anschließend werden die benötigten Längen am Fensterrahmen abgemessen und die Dichtstreifen zugeschnitten. Nun noch den Schutzstreifen von der Klebeschicht abziehen und die Dichtung an den Fensterrahmen drücken – fertig! Für etwas größere Spaltmaße von zwei bis fünf Millimeter eignen sich Gummidichtungen, die es ebenfalls im Baumarkt zu kaufen gibt.

Auch für Türen gibt es Türdichtschienen, Zugluftstopper und Gummidichtungen, die den Wohnbereich vor Zugluft schützen. Auf diese Weise werden nur Bereiche geheizt, die auch wirklich geheizt werden sollen.

Heizkörpernischen dämmen

Heizkörper sind in der Regel unter dem Fenster, in Nischen installiert – das heißt, die Wände dahinter sind sehr dünn. Durch eine Dämmung hinter dem Heizkörper kann der Wärmeverlust deutlich gesenkt werden. Dazu eignen sich spezielle Dämmplatten, die mit Alu kaschiert sind. Das Dämmmaterial wird auf die richtige Größe zugeschnitten und mit Styroporkleber an der Wand hinter dem Heizkörper befestigt. Auf diese Weise bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört, nämlich im Wohnbereich.

Heizungsrohre isolieren

Je größer der Temperaturunterschied zwischen Heizungsrohr und Raumluft, desto höher der Wärmeverlust. Mit der Isolierung noch ungedämmter Heizungsrohre, können Hausbesitzer viel Geld sparen – und benötigen dafür auch nicht unbedingt die Unterstützung eines Handwerkers. Die Materialien zur Isolierung lassen sich in jedem im Baumarkt kaufen: Dämmmaterialien aus Kunststoff, Kautschuk oder Mineralwolle, Klebeband, ein Cutter-Messer sowie spezielle Dämmschalen für Ventile und Pumpen.

Bevor man einkaufen geht, sollte man ganz genau ausmessen, wie viele Meter Rohrleitung gedämmt werden müssen, welchen Durchmesser sie haben und welche Armaturen vorhanden sind. Bei der Auswahl der Materialien hilft dann das Label „EnEV 100 Prozent“. Nach diesem Mindeststandard müssen alle Heizungsrohre in unbeheizten Räumen und Kellerräumen isoliert werden.

Heizungsrohre isolieren

 

Die Dämmung ist im Grunde ganz einfach, erfordert aber präzises Arbeiten: Die Rohrschalen werden auf die notwendige Länge zugeschnitten und über die Rohre gestülpt. Zwischen dem einzelnen Stücken dürfen keine Lücken entstehen, sonst entweicht darüber wertvolle Wärmeenergie. Aus dem gleichen Grund müssen auch alle vorhandenen Armaturen und Ventile mit speziellen Dämmschalen verkleidet werden. Zum Abschluss werden alle Schnittstellen und Übergänge mit Isolierband verklebt.

Elektronische Heizkörperthermostate

Programmierbare elektronische Thermostatventile können entscheidend zum Energiesparen beitragen. Mit ihnen kann man die Heizkörper individuell nach den Bedürfnissen des jeweiligen Zimmerbewohners oder Zweck des Raumes einstellen. Man kann den Zeitpunkt bestimmen, ab dem morgens das Bad vorgewärmt wird. In Deutschland haben Heizungsanlagen bereits eine Nachtabsenkung integriert, damit der Heizkörper nicht die ganze Nacht durchläuft. Durch die Programmierung der Thermostate werden Kinderzimmer oder Wohnzimmer nicht unnötig beheizt, wenn niemand im Haus ist, nachts senken die intelligenten Thermostate automatisch die Temperatur zusätzlich um einige Grad herab. Viele Geräte können außerdem mit Hilfe von Sensoren erkennen, ob das Fenster geöffnet wurde und regeln dann automatisch die Heizung herunter. Es gibt Systeme, mit denen man die Thermostate für das ganze Haus einzeln anwählen und programmieren kann. Neuere Modelle lassen sich auch aus der Ferne über eine App steuern.
Natürlich ließe sich auch mit konventionellen Ventilen Energie einsparen, wenn man immer daran denken würde, rechtzeitig herunter zu regeln. Verbraucherstudien zeigen jedoch, dass – insbesondere in Wohneinheiten mit mehreren Personen und mehreren Zimmern – die Heizkörperregulierung oft vergessen wird.

Vor dem Kauf programmierbarer Thermostatventile sollte man sich überlegen, welche Programmiermöglichkeiten das gewünschte Thermostat bieten soll: Langt für die eigenen Zwecke ein Standard-Programm oder sind differenziertere Einstellungen sinnvoll? Ein Gespräch mit einem Energieberater oder das Lesen von Testberichten können hier wertvolle Einsichten liefern.
Für den Austausch selbst sind nur wenige Handgriffe notwendig: das alte Thermostat wird einfach herunter- und das neue wieder auf das Ventil des Heizkörpers geschraubt. Im Inneren des Thermostatkopfes befindet sich ein Temperaturfühler, der die Zimmertemperatur misst und dann das Ventil in die Position bewegt, die für die vom Hausbewohner gewünschte Temperatur notwendig ist.

Die ideale Raumtemperatur

Jedes Grad Raumtemperatur weniger senkt die Kosten . Das Umweltbundesamt gibt folgende Empfehlung: Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C betragen, in der Küche 18 °C, im Schlafzimmer 17 °C. Wenn Fenster und Türen richtig abgedichtet sind, reichen diese Temperaturen in aller Regel aus, um als behaglich empfunden zu werden.

Ideale Raumtemperatur

 

Nachts oder tagsüber, wenn die Bewohner einige Stunden lang nicht da sind, sollten die Heiztemperaturen um einige Grad auf etwa 18 °C abgesenkt werden. Bei Abwesenheit von wenigen Tagen sollte die Temperatur auf 15 °C, bei längerer Abwesenheit auch noch etwas niedriger eingestellt werden. Während der Nachtstunden kann die Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen um 5 °C gesenkt werden. Moderne Heizungsanlagen ermöglichen eine zentral gesteuerte Absenkung der Raumtemperatur, programmierbare Thermostate automatisieren die Temperaturabsenkung.