Heizkostenabrechnung: Was bringt sie wirklich?

17.01.2019

Einmal im Jahr kommt die Heizkostenabrechnung. Was von vielen mit gemischten Gefühlen erwartet wird, ist in Wirklichkeit ein wichtiges Instrument für den Mieter, mit dem er Energie und damit Geld einsparen kann. Aber warum ist das so? Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Bereits seit Anfang der 1980er Jahre erhalten Mieter jährlich ihre individuelle Heizkostenabrechnung. Wer einen Teil seiner Vorauszahlungen zurückbekommt, freut sich. Muss nachgezahlt werden, ist die Freude weniger groß. Auf jeden Fall aber lohnt es sich, bei der Heizkostenabrechnung genauer hinzuschauen. Denn seit ihrer Einführung zahlt jeder nur noch das, was er tatsächlich verbraucht. Und das lohnt sich: Die Europäische Kommission schätzt das Energieeinsparpotenzial im Gebäudesektor durch die individuelle Heizkostenabrechnung auf 15 bis 25 Prozent.
„Diese Transparenz ist ein Riesenvorteil für die Mieter“, erläutert Ralf Schäfer, Produktverantwortlicher beim Immobiliendienstleister ista. „Auf Basis der Heizkostenabrechnung lässt sich das eigene Nutzerverhalten ganz einfach nachvollziehen. Dazu müssen nur die aktuellen Verbrauchswerte mit denen des Vorjahrs verglichen werden. Wer deutlich mehr verbraucht hat, geht erfahrungsgemäß in Zukunft sensibler mit Energie um und spart so bares Geld.“

Ohne Heizkostenverteiler geht es nicht

Um die Heizkosten für eine Vielzahl der Mieter abrechnen zu können, ist es eine Option, den Wärmeverbrauch direkt in den Wohnungen zu messen. Dazu bringt ista an jedem Heizkörper einen sogenannten Heizkostenverteiler an, der die Oberflächentemperatur und die Dauer der Wärmeabgabe erfasst. Die Geräte sind mit einer Skala oder einer Digitalanzeige ausgerüstet. Aber aufgepasst: Bei den angezeigten Zahlen handelt es sich nicht um den Wärmeverbrauch, sondern nur um abstrakte Messwerte.
Diese müssen für die richtige Aufteilung der Verbräuche noch unter allen Mietern ins Verhältnis gesetzt werden. Dazu werden die einzelnen Messwerte zunächst mit einem Umrechnungsfaktor multipliziert, der die Leistung und Bauweise des jeweiligen Heizkörpers berücksichtigt. Anschließend lässt sich der Anteil jeder Wohnung an den gesamten Heizkosten des Gebäudes bestimmen.

Elektronisch + Funk = Mehrwert

Generell unterscheiden sich Heizkostenverteiler in der Funktionsweise. Der analoge Gerätetyp arbeitet nach dem Verdunstungsprinzip. Je nach Temperatur verdunstet hier eine Flüssigkeit in einem Glasröhrchen schneller oder langsamer. Heute kommen allerdings fast ausschließlich elektronische Heizkostenverteiler zum Einsatz, bei denen die Erfassung des Wärmeverbrauchs mithilfe von Temperatursensoren erfolgt. Diese zeigen die Messwerte sehr genau an und lassen sich auch bei den niedrigen Temperaturen moderner Heizungsanlagen problemlos einsetzen.
Darüber hinaus entwickelt die Immobiliendienstleister die elektronischen Heizkostenverteiler ständig weiter. So setzt ista heute auf funkfähige Geräte, die aus der Ferne abgelesen werden können. Der große Vorteil für die Mieter: Der alljährliche Besuch des Ablesers wird ersatzlos gestrichen. Zudem erhöht die automatische Auslesung zu einem festen Stichtag die Transparenz, weil der Vergleich von Kosten und Verbräuchen mit dem Vorjahr für Mieter deutlich einfacher wird.