Mehr Sicherheit im Brandfall

21.09.2018

„Bewohner durch Rauchwarnmelder alarmiert – Feuerwehr gerade noch rechtzeitig vor Ort“ – solche oder ähnliche Überschriften liest man immer häufiger in den Nachrichten. Keine Frage, Rauchwarnmelder retten Leben. Deshalb ist es umso wichtiger, dafür zu sorgen, dass sie auch immer einsatzbereit sind.

Wer öfter im Ausland Urlaub macht weiß: Rauchwarnmelder sind auf der ganzen Welt bereits seit Jahrzehnten Standard. In Deutschland hat die flächendeckende Einführung dagegen lange gedauert. Dies liegt vor allem daran, dass die Verantwortung hierfür auf der Landesebene liegt. Erst Anfang 2017 hat Berlin als letztes Bundesland die Rauchwarnmelderpflicht für Neubauten eingeführt – ein Prozess der bereits Ende 2003 in Rheinland-Pfalz begann.

Rauchwarnmelder in fast jeder Mietwohnung

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Für einen dauerhaften Schutz muss einmal im Jahr ein Rauchwarnmelder-Check durchgeführt werden.

Aber auch im Bestand müssen die nützlichen Geräte mittlerweile fast überall vorhanden sein. Übergangsfristen gelten hier nur noch in Thüringen (bis 31.12.2018), Berlin und Brandenburg (beide bis 31.12.2020). Und als einziges Bundesland verzichtet Sachsen bislang ganz auf die verbindliche Nachrüstung. Damit schützen Rauchwarnmelder heute die überwiegende Zahl der deutschen Mieterhaushalte. Der Vermieter muss die Geräte in jedem Schlaf- und Kinderzimmer sowie in Fluren, die als Fluchtwege aus einem Aufenthaltsraum dienen, installieren. Weitere Räume, wie etwa Wohn- oder Arbeitszimmer, sorgen für einen zusätzlichen Schutz. Lediglich Küche und Bad sind ausgenommen, weil es hier zu Täuschungsalarmen kommen kann.

Achtung: Wartung kann beim Mieter liegen

Jetzt wo Rauchwarnmelder endlich flächendeckend eingesetzt werden, stellt sich die Frage: Wer sorgt dafür, dass sie auch dauerhaft funktionieren? Auch hier gibt es keine einheitliche Regelung. In 8 von 16 Bundesländern trifft die Verantwortung den Mieter. Im übrigen Bundesgebiet (Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen) ist generell der Eigentümer für die Wartung zuständig. In diesem Fall müssen sich Mieter um nichts kümmern. Die Rauchwarnmelder werden dann einmal im Jahr von geschulten Fachleuten überprüft. Häufig passiert dies zusammen mit der Heizungsablesung, sodass hierfür auch kein zusätzlicher Termin notwendig ist.

Vier einfache Schritte für dauerhafte Sicherheit

In den verbleibenden Bundesländern sind allerdings die Mieter gefordert. Aber keine Sorge – der Aufwand für die Überprüfung der Rauchwarnmelder ist überschaubar. Trotzdem sollte man den jährlichen Check ernst nehmen und am besten auch dokumentieren. So lässt sich im Ernstfall nachweisen, wann die Geräte zuletzt funktioniert haben.
Was ist also zu tun? Grundsätzlich kann man das schwer pauschalisieren. Aber es gibt vier Tipps, wie Sie Ihren Rauchwarnmelder prüfen können:

  1. Gerätefunktion über die Prüftaste testen
    Der Rauchwarnmelder bestätigt dann mit einem Signalton, dass er einsatzbereit ist. Falls nicht, müssen entweder die Batterien gewechselt oder das Gerät ausgetauscht werden.
  2. Prüfen des allgemeinen Zustands
    Wichtig ist hier, dass die Raucheintrittsöffnungen frei von z.B. Staub, Insekten oder Abdeckungen sind und der Rauchmelder nicht beschädigt ist.
  3. Umgebung auf Hindernisse prüfen
    Im Umkreis von 50 cm dürfen keine Wände, Raumteiler oder Einrichtungsgegenstände das Eindringen von Brandrauch behindern.
  4. Raumnutzung prüfen
    Überall dort, wo Menschen schlafen, müssen Geräte installiert sein (s.o.). Wenn also aus dem Arbeits- ein Kinderzimmer wird, gehört dort ein Rauchwarnmelder hinein.

Nähere Informationen finden sich auch in der Bedienungsanleitung der Rauchwarnmelder. Übrigens: Für die Geräte gibt es das unabhängige Qualitätszeichen „Q“. Dieses bestätigt eine hohe Produktqualität und wird sowohl von den Feuerwehren als auch von der Stiftung Warentest empfohlen.