calendar 05.03. 2018

Wärme-Contracting: Warum ist es gut?

Den meisten Immobilieneigentümern in der Wohnungswirtschaft oder im gewerblichen Bereich ist längst klar: eine moderne und effizientere Heiztechnik ist sinnvoll. Denn Wärmekosten sind längst kein triviales Thema mehr, sondern mitunter ein Kostentreiber. Aber wie stemmt man die Kosten für eine neue effiziente Heizanlage?

Wärmewende im Gebäude

80 % aller Heizanlagen sind älter als 10 Jahre.

Die Energiewende geht voran. Auch wenn die Politik bei der Umsetzung mitunter schwächelt, ist die Unterstützung in der Gesellschaft weiterhin groß. Die Deutschen wollen die Wende hin zu einer nachhaltigen, energieeffizienten und zukunftsfähigen Energieversorgung.
Neben den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für eine grüne Energieversorgung einsetzen, arbeiten unzählige Unternehmen an Lösungen, die die Energiewende technologisch weiterentwickeln und vor allem auch wirtschaftlich machen.
Besonders wichtig ist dabei die Wärmewende im Gebäude. So entfallen in Deutschland mehr als 40 Prozent des Energieverbrauchs auf den Gebäudesektor. Und dort – man glaubt es kaum – sind 8 von 10 Heizungen älter als 10 Jahre und damit technisch veraltet und ineffizient – kurzum: sie verschwenden Energie.

Moderne Heizanlage – die Lösung?

Den meisten Immobilieneigentümern in der Wohnungswirtschaft oder im gewerblichen Bereich ist daher längst klar, dass eine moderne und effizientere Heiztechnik sinnvoll wäre – denn die Wärmekosten sind schon lange kein triviales Thema mehr, sondern mitunter auch ein Kostentreiber („Zweite Miete“). Von klimaschonenden Gesichtspunkten ganz abzusehen. Die Frage ist eher, wie man als Eigentümer und Vermieter die Investitionen in eine neue effiziente Heizanlage gestemmt kriegt, denn die Kosten dafür können beträchtlich sein, wenn man sie allein tragen muss.

Wärme-Contracting – effizient und wirtschaftlich

Hier könnte das Wärme-Contracting eine Lösung sein, die nicht nur die Energieeffizienz im Gebäude fördert, sondern zugleich auch wirtschaftlich ist. Der Eigentümer bzw. Vermieter kann nämlich heute auf Unternehmen der Energieeffizienzbranche setzen, die ihm als spezialisierte Dienstleister (Contractor) weit mehr als die bloße Investition abnehmen. Sie kümmern sich in puncto effiziente Wärmeversorgung um alle relevanten Punkte wie:

● Bestandsanalyse
● Ideen und Konzeption für eine neue oder verbesserte Anlagentechnik
● Beantragung, Investition, Implementierung und Steuerung der neuen Heizungsanlage
● Brennstoffeinkauf zu günstigen Groß-Abnehmerpreisen
● Instandhaltung und Notfallservice
● Abrechnung

Volles Programm oder „Light“-Version?

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Ob Full- oder Modular-Contracting für einen in Frage kommt, hängt von persönlichen Erwartungen und dem gewünschten Leistungsspektrum ab.

In der „Vollstufe“ des Wärme-Contracting werden also Leasing, Engineering und Controlling gebündelt. Womit schon klar wird, dass es Contracting-Kooperationen auch in weniger komplexen und eher modularen Varianten gibt.
So übernimmt der Dienstleister bei einer abgespeckten Variante, dem Liefer- und Betreiber-Contracting, nur die Energieversorgung, also Betrieb, Wartung, Verwaltung und ggf. eine Modernisierung der Energieerzeugungsanlage sowie die Optimierung der Energiebezugskosten. Dieses Modell bietet sich an, wenn eine vorhandene Heizanlage vom Hausbesitzer – dem Contractingnehmer – nicht selbst betrieben werden soll und dafür eine wirtschaftliche Alternative gesucht wird.
 
 

Effizienz – wovon hängt sie ab?

Welche Ausprägung die effizienteste ist, hängt von der Anzahl der Nutzeinheiten oder den zu beheizenden Quadratmetern ab. Das Ziel, Energieeffizienz-Potenziale zu heben, wird besonders dann gut erreicht, wenn sich der Prozess in einem größeren Maßstab abspielt, zum Beispiel auf Quartiersebene.

Contracting: Vorteile für alle

Im Voll-Contracting geht für die Dauer des Vertrags zwischen dem Contractor und dem Gebäudeeigentümer die neue Anlage in das Eigentum des Investors über. Dessen Investition sowie die laufenden Kosten für Betrieb und Service werden im Preis der Heizwärme abgebildet und verrechnet.
Für den Hausbesitzer bedeutet dies, sein Gebäude mit einer neuen und effizienten Heizanlage betreiben zu können, ohne selbst in die „Tasche greifen“ zu müssen. Auch den Aufwand für den Brennstoffeinkauf, den Betrieb und die Abrechnung der Anlage übernimmt der Contractor, der Gebäudeeigentürmer muss sich darum nicht kümmern.
Aber auch der Mieter profitiert von diesem Modell, denn: Für den Mieter darf die Überführung in eine Contracting-Lösung keine Nachteile bringen. Im Gegenteil: In der Regel sinken trotz der verrechneten Investitionen die Betriebskosten für die Wärmeversorgung, denn eine moderne und effiziente Heizanlage schafft Kostenvorteile bei der „Zweite Miete“.
Wärme-Contracting kann also eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein – für Vermieter, Mieter, Anbieter und das Klima.