calendar 16.08. 2016

Appsolut unentbehrlich

Meist erfordert es nur kleine Schritte, um im Alltag nachhaltiger zu handeln. Smartphone-Apps helfen hierbei, indem sie Informationen bereitstellen, die nachhaltiges Einkaufen oder Energiesparen fördern – oder einfach nur Zeit und Nerven sparen. Sechs ista Mitarbeiter und ihre Favoriten.

Der Siegeszug der App ist vollzogen. Inzwischen verbringen Smartphone- und Tablet-Besitzer 90 Prozent ihrer Nutzungszeit mit Apps – und nur 10 Prozent mit dem Browser. Diese Zahlen hat das US-amerikanische Marktforschungshaus Flurry im September 2015 veröffentlich. Dieser Trend ist leicht nachvollziehbar: Apps sind meist einfach zu bedienen und mit ihnen lassen sich auf smarte Weise Informationen suchen und nutzen. Das zeichnet auch die sechs Apps aus, die Mitarbeiter von ista im Folgenden vorstellen.

Wie gesund sind die Lebensmittel, die ich kaufe?

„Beim Einkaufen nutze ich oft ‚Codecheck‘, das ist mittlerweile meine Lieblings-App“, schwärmt Maike Böcker, Duale Studentin bei ista. Sie scannt einfach den Barcode eines Produkts ein und Codecheck prüft in seiner Datenbank mit über 27 Millionen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten, welche Zusatzstoffe es enthält. „Beispielsweise habe ich festgestellt, dass die meisten bekannten Kosmetika hormonelle Wirkstoffe enthalten. Das ist erschreckend“, erzählt die 24-Jährige.

Besonders praktisch ist die Ampel, die den Nährwert von Lebensmitteln einordnet. Sie signalisiert, ob die enthaltenen Fette oder gesättigten Fettsäuren zu einer ausgewogenen Ernährung passen. Ist das gescannte Produkt nicht empfehlenswert, zeigt Codecheck Alternativen an.

Smarte App bellt, wenn die Geldbörse liegenbleibt

„Beim Einkaufen passiert es mir immer wieder, dass ich meine Geldbörse vergessen habe, weil ich einfach viel um die Ohren habe und an viele Sachen auf einmal denken muss“, gesteht Basile Dewavrin, der bei ista Frankreich in der Kommunikationsabteilung tätig ist. „Deswegen finde ich die Woolet-Geldbörse eigentlich eine tolle Idee. Diese alarmiert die zugehörige App, sobald man sich weiter als sechs Meter von ihr entfernt.“ Dann bellt die Woolet-App wie ein kleiner Hund und zeigt einen Hinweis auf dem Display. „So erfahre ich schon an der Haustür, dass ich gerade Gefahr laufe, meine Geldbörse zu vergessen“, erzählt Basile Dewavrin.

Möglich machen das kleine Sensoren im Portemonnaie, die via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren. Dennoch ist die Geldbörse nur knapp einen Zentimeter dünn. Die Idee für Woolet stammt von einer US-Firma, die mit einer internationalen Crowd-Funding-Kampagne von 2.600 Unterstützern mehr als 330.000 US-Dollar erhalten hat, um das Projekt verwirklichen zu können. „Die Woolet-Börse ist zwar nicht ganz günstig, aber wirklich eine coole Idee“, findet Basile Dewavrin.

Mit „ecoGator“ dauerhaft Energie im Haushalt sparen

Barbara Wiecher, die als Senior Project Manager bei Corporate HR tätig ist, hat einen hilfreichen Tipp für alle, die im Haushalt Energie einsparen wollen. „Die App ecoGator unterstützt bei der Wahl von energiesparenden Haushaltsgeräten wie Trockner und Geschirrspüler“, erklärt die Diplom-Psychologin. „Mit der App kann ich beim Händler vor Ort die Energielabel scannen, und sie berechnet, wie hoch die Stromkosten während der Lebenszeit der verschiedenen Modelle sein werden.“

Dazu greift die App auf die „Eco Top Ten“-Listen des Freiburger Öko-Instituts zurück, das alle Arten von Haushaltsgeräten erfasst hat – von der Waschmaschine über Kühl- und Gefriergeräte bis hin zum Staubsauger. „So hat mir ecoGator gezeigt, dass es sich langfristig auszahlt, meine alten Haushaltsgeräte auszumustern“, resümiert Barbara Wiecher. Entwickelt wurde die App von co2online, einer gemeinnützigen Beratungsgesellschaft, die vom Umweltministerium gefördert wird.

Lebensmittel per App spenden

„Bei ista legen wir ja großen Wert auf Nachhaltigkeit. Das versuche ich auch privat umzusetzen, indem ich die App ‚Bring the food‘ nutze“, erzählt Daniela Bertoli aus dem Marketing bei ista Italien. „Habe ich Lebensmittel übrig, veröffentliche ich mein Angebot in der App und mache es so sichtbar für karitative Einrichtungen oder Privatpersonen in der Nähe.“ Diese können sich mit einem einzigen Klick die Nahrungsmittel reservieren und erhalten einen Code für die Abholung.

Hinter der App steht der Verein „Banco Alimentare“, der seit 25 Jahren Lebensmittel aus Supermärkten oder Obstgeschäften an Bedürftige verteilt. Wenn Privatpersonen Lebensmittel anbieten, kontrolliert der Verein die sanitären Bedingungen. „Da es die App so einfach macht, verschenke ich oft Lebensmittel, die ich normalerweise weggeworfen hätte“, bekennt Daniela Bertoli. „Über das Jahr gesehen kommt da eine Menge zusammen.“

Produkte aus heimischer Fertigung kaufen

„Beim Einkaufen greife ich am liebsten auf Artikel zu, die lokal produziert wurden“, erzählt Damian Lis, Softwareentwickler bei iSS Polen: „Dabei hilft mir die App ‚Pola‘, mit der ich einfach den entsprechenden Barcode mit meinem Smartphone scanne.“ Pola bewertet das Unternehmen dann in fünf Bereichen. 35 Punkte vergibt die App im Verhältnis zum Anteil am polnischen Kapital des Unternehmens.Unternehmen, die in Polen registriert sind, erhalten zehn Punkte dazu. Weitere 30 Punkte vergibt die App, wenn sich auch die Produktion im Land befindet und 15 Punkte hängen davon ab, ob die Forschung und Entwicklung in Polen erfolgt – und damit auch hochwertige Jobs vor Ort entstehen.

Die letzten zehn Punkte vergibt die App, wenn das Unternehmen nicht Teil einer ausländischen Gesellschaft ist. „Erreicht eine Bewertung 100 Punkte, dann weiß ich, dass das Produkt wirklich vollständig von einem lokalen Unternehmen hergestellt wurde“, resümiert Damian Lis.

Heimische Geräte aus der Ferne steuern

Auf diese kleine weiße Kugel haben viele Fans der Heimautomation gewartet. „Homey“ ist nur wenig größer als ein Tennisball und beherrscht sämtliche Kommunikationsstandards von Wi-Fi, Z-Wave und Infrarot bis hin zu Bluetooth 4.0. Das macht Homey zu einem Dreh- und Angelpunkt im Smart Home. „Über Apps lassen sich zahlreiche Geräte steuern, etwa Smart-TVs, netzwerkfähige Stereo-Anlagen und sogar Heim-Automationssysteme für Licht und Heizung“, berichtet Deborah Stam, Mitarbeiterin im Vertriebsinnendienst bei ista Niederlande.

Man kann sogar mit „Homey“ sprechen – und den Fernseher anschalten, die Temperatur regeln oder die Rolladen herunterfahren. „Ich find die Vorstellung genial, auf dem Sofa zu sitzen und alles per Stimme zu regeln,“ erzählt Deborah Stam begeistert. Über eine App lässt sich das niederländische System auch von unterwegs aus steuern. Das Konzept hat bei einer internationalen Crowd-Funding-Kampagne so viele Unterstützer gefunden, dass es jetzt verwirklicht wird. „Homey kostet zwar 300 Euro“, bekennt Deborah Stam. „Das ist aber im Vergleich zu ähnlichen Systemen wenig und die weiße Kugel sieht richtig stylisch aus.“

Bildcredit: grasundsterne, shutterstock