calendar 29.03. 2017

Wie smart wohnen wir?

Alle Welt redet von „Smart Home“ – aber was ist das eigentlich? Ein Wohnumfeld, das uns komplex und etwas fremd vorkommt. Fern von unserem „normalen“ Alltag irgendwie. Unzählige Ausführungen zu diesem Thema führen zu dem Glauben, Smart Home sei eher unzugänglich. Aber handelt es sich letztendlich nicht einfach um technische Lösungen, eine intelligente Haussteuerung, die uns das Leben in unserem Zuhause erleichtern?

Smart Home ist ein ausgeklügeltes und hoch entwickeltes System, sodass wir dem Thema „digitale Haussteuerung“ bisher noch distanziert gegenüberstehen. Obwohl viele von uns bereits so smart sind, ist uns die Tatsache, dass sie Smart-Home-Anwendungen nutzen, nicht bewusst. Im Gegenteil: Umfragen zufolge besteht noch eine große Distanz gegenüber dieser Form von Automatisierung. Außerdem gibt ein Großteil der Befragten an, Smart Home weder zu nutzen noch es zu kennen.

Smart Home Anwendungen
Bei der Umfrage aus dem Jahr 2015 geben die Befragten Gründe für eine Ablehnung von Smart Home-Anwendungen in Deutschland an. Es wurden nur Personen befragt, die bis zum Zeitpunkt der Erhebung kein Smart Home nutzten und auch kein Interesse an der Thematik und den Anwendungen zeigten. Quelle: Statista, www.statista.com.

Diese Achtsamkeit möchten wir aufbrechen und zeigen, dass es häufig schon bei kleinen Dingen anfängt. „Smart Home“ bedeutet nichts anderes, als durch eine intelligente Haussteuerung sein Wohnumfeld angenehmer zu gestalten und damit den Wohnkomfort zu erhöhen. Wie intelligent ist Ihr Haushalt? Wir haben mit ista Mitarbeitern über ihr privates Wohnumfeld und ihre Sichtweise zum Thema Smart Home gesprochen.

„Bewohnen Sie ein Smart Home?“

„Hm … was meinen Sie mit Smart Home?“ – die Gegenfrage unseres französischen Kollegen Laurent Lefay zeigt nur zu gut, dass sich viele Menschen über die Bedeutung dieses Begriffs noch nicht im Klaren sind. Erst als wir ihn fragen, ob bei ihm Zuhause etwas vernetzt ist, wird ihm klar, wie smart sein Zuhause eigentlich ist: „Ja, ich vernetze alles miteinander, was ich kann. Ich kontrolliere meine Heizung über das Internet. Außerdem habe ich eine Art Wetterstation, auf der ich immer die Außen- und Innentemperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit überprüfen kann. Diese kann ich mit meinem Smartphone abrufen und kontrollieren. Ich habe außerdem ein Tür-Sicherheitssystem. Öffnet jemand die Türen, bekomme ich eine E-Mail – wie ein Alarm. Auf diese Art weiß ich auch immer, ob meine Kinder schon Zuhause sind. Unser Fernseher ist mit dem Internet verbunden. Auch haben wir einen Extra-Receiver, mit dem wir Fernsehprogramme aufnehmen“, erzählt uns Laurent Lefay begeistert. Ohne die genaue Definition von Smart Home zu kennen, lebt er schon lange in einem.

Der Begriff „Smart Home“ wird oftmals ausschließlich im Rahmen komplexer Haus-Systeme verwendet, aber auch die kleinen Dinge können das direkte Lebensumfeld smart machen.

Auch unsere deutsche Kollegin Birgit von Eshen erlebt auf unsere Frage einen Aha-Effekt: „Nein überhaupt nicht … obwohl, jetzt wo sie es sagen – mein Fernseher ist mit dem Internet verbunden!“ Der Begriff „Smart Home“ wird oftmals ausschließlich im Rahmen komplexer Haus-Systeme verwendet, aber auch die kleinen Dinge können das direkte Lebensumfeld smart machen. Das wird Rene Smeijers aus Holland auch sehr schnell klar: „Nein, ich bewohne kein Smart Home. Oh, Sie meinen die Geräte in meiner Wohnung? Ich habe mehrere Internet Accesspoints sowie Computer und drei Fernseher, die alle eine Netzwerkverbindung haben und natürlich mit dem Internet verbunden sind.“

Intelligente Haussteuerung

Apps – die Fernbedienung für alles

Erinnern Sie sich noch daran, als wir aufstehen mussten, um am Radio einen anderen Sender einzustellen? Dann waren plötzlich Stereoanlagen da, die wir mit der Fernbedienung bedienen konnten. Heute gibt es schlichtweg App-Steuerungen. Für alles. Eine unendlich lange Playlist und das Steuern übers Internet sind die Folge – und das per Knopfdruck von der Couch aus. So ist es auch bei dem niederländischen ista Kollegen Rene Smeijers: „Ich kann meine Musik und Medien generell über Apps steuern.“ Weronika Kowal aus Polen hat sich entschieden, ihre alten Elektrogeräte gegen neue auszutauschen. Musik kommt bei ihr nicht mehr aus dem Radio; jetzt geben ihr Computer und Spotify am Smartphone den Ton an. Auch Birgit von Eshen hört Musik nur noch über Apps und verfügt außerdem über ein Receiver-System, mit dem sie Filme und Serien aufnehmen und über eine App auf ihrem Smartphone steuern kann – wer hätte es gedacht: Hört sich nach einem Heimkino an!

Smart ist, wer Energie im Haushalt spart

Wussten Sie, dass auch Energiesparmaßnahmen oftmals bereits smart sind? Sie demonstrieren nur zu gut, dass wir bereits viele Möglichkeiten gefunden haben, unser Haus intelligent und clever zu vernetzen. Viviana Manna aus Italien kann ihre Heizungs- und Klimaanlage sowie Heiß- und Kaltwasser beispielsweise über eine Smartphone-App kontrollieren. Was sie sich für die Zukunft wünscht, ist eine App-Steuerung für Licht und Strom in ihrem Zuhause. Hinzu kommen die Dinge, die irgendwie selbstverständlich sind: beispielsweise der Energiesparmodus am Fernseher und Computer – alltäglich, aber mit Rückbesinnung auf den herkömmlichen Gedanken, trotzdem smart.

Intelligente Haussteuerung

Und manchmal sind wir ganz unerwartet unserer Zeit voraus – wie Weronika Kowal: „Ich setze mir einen Timer, wie lange ich dusche – damit nicht zu viel Wasser verschwendet wird.“ Was hier ganz unkonventionell geregelt wird, ist vielleicht ihr Schritt auf dem Weg zum Infrarot-Duschsystem. Unser persönlicher Anspruch und Ehrgeiz an cleveres Wohnen setzen den Maßstab für weitere Schritte. Laurent Lefay weiß bereits, solche smarten Anwendungen per App intelligent einzusetzen: „Ich kann meine Heizung Raum für Raum steuern. So ist meine Heizung in der Küche beispielsweise so eingestellt, dass sie morgens um 6:30 Uhr an geht. Wenn ich dann um 7:00 Uhr aufstehe, ist es schon angenehm warm. Wenn wir dann später gemeinsam mit der Familie frühstücken, geht die Heizung wieder aus. So ist es gemütlich warm im Zimmer, aber ich spare trotzdem Energie. Nachts schaltet sie sich ebenfalls ab. Ich habe zudem Wasserregulierventile – also eine ‚Flussregulierung’. Damit kann ich den Wasserverbrauch minimieren.

Sie sehen: Manchmal sind wir smarter als wir denken. Schauen Sie sich mal in ihren eigenen vier Wänden um: Wie smart sind Sie eigentlich?

Bildcredits: shutterstock/Macrovector


 

Kommunikationsexpertin, iSS Polen

 

Weronika Kowal
Kommunikationsexpertin, iSS Polen

 

 

Teamleiter VKID, Sales & Marketing, ista Niederlande

 

René Smeijers
Teamleiter VKID, Sales & Marketing, ista Niederlande