Zaubern ist (k)ein Kinderspiel

09.02.2017

Während er sich bei ista um die Leitung von Projekten im Customer Service und die Betreuung sowie Verbesserung von Tools und Prozessen kümmert, nutzt Michael Ritter privat sein Zaubertalent und bringt damit Kinder- und Erwachsenenaugen zum Strahlen. Der zweifache Familienvater verzaubert seit rund 20 Jahren Jung und Alt. INSIDEista ist eingetaucht in seine Welt der Magie und hat ihn bei einem Auftritt im Kindergarten in Simmern begleitet …

„Habe ich alles?“, murmelt Michael Ritter vor sich hin und geht in einem Notizbuch seine Requisitenliste durch. Zauberhut, Zauberstab, Luftballons, Luftschlangen, Backzutaten, Süßigkeiten, Kochtopf und diverse Maskottchen, die auf ihren Einsatz warten. Alles da. Schnell noch den schwarzen Umhang gekonnt über die Schultern geworfen – es kann losgehen!

Vorhang auf und Bühne frei

Schon geht die Tür auf, kleine Füße trappeln eilig über den Holzboden der Turnhalle. Etwa 15 Kinder laufen leise tuschelnd und kichernd zu den ausgelegten Matten, um sich dort einen Platz zu suchen. Gespannt und erwartungsvoll richten sich die Augen des jungen Publikums zur Bühne, wo sich Michael Ritter auf seine Zaubervorstellung vorbereitet.

Um den Kindern eine Freude zu bereiten, opfert er auch bereitwillig einige seiner Urlaubstage.

Ritter ist seit 20 Jahren in verschiedenen Institutionen unterwegs – viele kennen ihn mittlerweile und fragen ihn direkt an. Wenn in Kindergärten oder Schulen kein Geld für solche Aktionen vorhanden ist, springt er auch ehrenamtlich ein. Um den Kindern eine Freude zu bereiten. Dafür opfert er auch bereitwillig einige seiner Urlaubstage.

Hier in Simmern ist er nicht zum ersten Mal. „Ich habe mittlerweile so viele Tricks auf Lager, dass ich auch einige Male am gleichen Ort aufteten könnte, ohne auch nur einen Trick zu wiederholen“, erzählt der 46-Jährige. Er beherrscht viele Kniffe perfekt und hat sie mit viel Geduld geübt. Für seinen ersten “professionellen“ Trick trainierte er drei Monate lang, bevor er sich traute, diesen vor Publikum aufzuführen. „Der Trick nennt sich ‚Handschellen für Verrückte‘. Copperfield hat diesen auch schon in seinem Programm gezeigt“, erzählt Ritter. „Es geht darum, zwei ineinander verschlungene Gummibänder mit Reibungen und ein bisschen Magie voneinander zu lösen.“

Zauberkünste

Heute in Simmern gelingt ihm der Trick einwandfrei. Michael Ritter zaubert mit viel Selbstironie, schauspielerischem Talent und mitreißender Leidenschaft und lässt vor staunenden Kindern Riesen-Spielkarten verschwinden, verwandelt „Backzutaten“ wie Sand und buntes Papier in Bonbons oder zersägt den Plüschwaschbären Rocky in drei Teile, um ihn gleich danach wieder unversehrt zur Schau zu stellen.

Michael Ritter
Aus ‘‘gewöhnlichen“ Backzutaten wie Sand und buntem Papier zaubert Michael Ritter eine bunte Bonbonmischung und bindet Kinder auch bei allen weiteren Tricks mit ein.

Logisch, dass die Kinder während der Vorführung nicht stillsitzen können und seine Utensilien auch einmal aus der Nähe bestaunen und anfassen wollen. Er freut sich über die Interaktion und Neugierde – das belebt seine Show. Allerdings mahnt er auch zur Vorsicht. „Ganz günstig ist die Zauberei nämlich nicht“, erklärt der gelernte Diplom-Betriebswirt. „Gute Zauberei benötigt hochwertige Materialien.“ Die kauft er am liebsten in einem Geschäft für Zauberartikel in Bonn. Momentan hat er dort jedoch Einkaufsverbot von seiner Frau. „Meine Leidenschaft zum Zaubern ist ungebremst. Da brauche ich jemanden, der mich auch mal auf den Boden der Tatsachen zurückholt – sonst würde ich glatt den ganzen Laden leer kaufen.“

Kundenbeziehungsmanagement: Qualität hat Priorität

Seine Qualitätsdenke sowie Freude über den direkten Austausch mit seinem Publikum beschränkt sich nicht nur auf die Zauberei. Schließlich kommen ihm diese Eigenschaften auch im Job zugute. So baut er derzeit mit seinen Kollegen ein neues Tool für das Kundenbeziehungsmanagement auf. Seine Erfahrungen im Kundenservice aus vorherigen Jobs, wie bei der Bolzhauser AG, kann er hier einsetzen. „Ich habe gelernt, Kosten zu minimieren. Aber nie zu Lasten der Qualität“, erklärt Ritter.

Zauberkünste

Laut seinen Kollegen ist er gewissenhaft, unvoreingenommen und reflektiert. Kostbare Eigenschaften für jemanden, der als Projektmanager den Überblick über alle Prozesse seiner Kollegen behalten muss. Er denkt sich intensiv in technische und organisatorische Prozesse der (Groß-)Kundencenter hinein, erarbeitet Konzepte zu den Themen Prozessoptimierung und Wissensmanagement und präsentiert diese vor unterschiedlichen Teilnehmerkreisen von ista. Auftritte vor Publikum ist er also gewohnt, ob mit PowerPoint-Präsentation vor den Kollegen oder eben in seiner Freizeit mit Zauberutensilien vor leuchtenden Kinderaugen.

Die Geschichte vom Ritter

Inspiriert zur Zauberei wurde Ritter von Jürgen von der Lippe, dessen Sendungen er vor 20 Jahren gebannt verfolgte und Zaubertricks von ihm abguckte. In „Lippes Magic Store“ kaufte er den Trick und die Gummibänder ein, übte monatelang und führte ihn vor kleinem Publikum vor. Mit vollem Erfolg. Michael Ritters Interesse entflammte. Seine Zaubertricks wurden ausgefeilter, sein Publikum größer. Und heute zaubert er nicht mehr nur vor sechs, sondern mitunter vor über 100 begeisterten Zuschauern. Unser neuer Copperfield?

Bildcredits: Mike Henning